Geschichten  
wie sie nur das Leben schreiben kann....

Ich bin ein Kind der Nachkriegszeit, geboren 1949 im Osten von Berlin, im Bezirk Friedrichshain. 

Nach der Schule und Lehrzeit arbeitete ich in verschiedenen Berufen bis ich schließlich meine Leidenschaft für Computer und die EDV im allgemeinen, entdeckte. Mein Sohn wurde 1970 geboren. Die Beziehung mit dem Kindesvater war nicht von Dauer, sodass ich meinen Sohn allein großzog.  Die erste unglückliche Liebe zu einer Frau, meine Selbstzweifel, der Prozess der Selbstfindung bis hin zur Akzeptanz, mussten in dieser Zeit überwunden und einige Stolpersteine  aus dem Weg geräumt werden. 

1987 lernte ich die Frau kennen und lieben, die mich bis heute durch dick und dünn begleitet, die mit mir Freude aber leider auch sehr viel Leid geteilt hat. 2005 haben wir unsere Beziehung standesamtlich eintragen lassen und 2017 noch einmal "richtig" geheiratet.

Das erste Mal richtig glücklich war ich mit der Geburt meines Sohnes. Ihm galt meine Fürsorge, meine ganze Liebe. Wir hatten eine innige Beziehung, er war mein Stolz. Und ich schwor mir damals, er sollte niemals ähnliches erleben müssen, wie ich es in meiner Kindheit erlebt hatte. Es war also alles in Ordnung, so glaubte ich lange. Niemals hätte ich auch nur im Traum daran gedacht, dass dieses liebevolle und harmonische Verhältnis sich einmal total ändern sollte.

Im Jahr 2012 passierte es, mein Sohn veränderte er sich, es gab oft Streit, wir entfernten uns voneinander. Nach vielen gescheiterten Annäherungsversuchen meinerseits, brach er 2014 den Kontakt zu mir auf eine sehr hässliche und verletzende Weise endgültig ab. Ohne Nennung von Gründen. Von diesem Tag an war mein Leben ein anderes.  

2014 ging ich in den Ruhestand, hatte nun endlich die Zeit und die Ruhe, die für das Schreiben meiner Biografie notwendig war. 

Es war schwierig, mein gesamtes Leben noch einmal aufzurollen, alles noch einmal zu erleben. Nach vier Jahren endlich war es geschafft,  mein Buch war fertig und veröffentlicht. Vielleicht fragt sich der eine oder andere Leser des Buches, warum ich mit meinem Schicksal an die Öffentlichkeit gegangen bin. Ich spreche ja bewusst in diesem Buch Themen an, die viele Leser als unangenehm empfinden werden, peinlich, über die man nicht öffentlich spricht, die man eher verdrängt oder verheimlicht.

Ja, warum? 

Nun, manche Menschen verarbeiten ihr Trauma in Liedern, andere wiederum verändern ihr Leben auf die eine oder andere Art.
Ich musste dieses Buch schreiben.

Weil ich auch den Müttern und Vätern, die ähnliches erlebt haben und den Rest ihres Lebens still leiden, Hilfe geben möchte und ihnen zeigen, dass sie nicht allein dastehen,  sie sich nicht aufgeben dürfen und sich wieder auf ihr eigenes Leben konzentrieren sollen. Wenn es nicht anders geht, dann eben auch ohne unsere Kinder. 

Ein weiterer wichtiger Grund ist mein Sohn. Er kennt mein Leben kaum, vieles hatte ich ihm aus falscher Rücksichtnahme verschwiegen, vieles hatte ihn nicht interessiert. Vielleicht hält er irgendwann einmal mein Buch und  damit auch mein Leben in seinen Händen. 

Vielleicht versteht er dann, vielleicht......