Ich bin ein Kind der Nachkriegszeit, geboren 1949 im Osten von Berlin, im Bezirk Friedrichshain. 

Nach der Schule und Lehrzeit arbeitete ich in verschiedenen Berufen bis ich schließlich meine Leidenschaft für Computer und die EDV im allgemeinen, entdeckte.

Mein Sohn wurde 1970 geboren. Die Beziehung mit dem Kindesvater war nicht von Dauer, so dass ich meinen Sohn allein großzog.  Eine erste unglückliche Liebe  musste in dieser Zeit überwunden und einige Stolpersteine  aus dem Weg geräumt werden. 

Erst im Jahr 1987 traf ich auf mein ganz persönliches Glück. 

Zum ersten Mal glücklich wurde ich mit der Geburt meines Sohnes. Ihm galt meine Fürsorge, meine ganze Liebe. Wir hatten eine innige Beziehung, er war mein Stolz. Und er sollte niemals ähnliches erleben müssen, wie ich es in meiner Kindheit erlebt hatte. Es war also alles in Ordnung, so glaubte ich lange. Niemals hätte ich auch nur im Traum daran gedacht, dass dieses liebevolle und harmonische Verhältnis sich einmal ändern würde.

Im Jahr 2012 passierte es, er veränderte er sich merklich, es gab oft Streit, wir entfernten uns voneinander. Nach vielen gescheiterten Annäherungsversuchen meinerseits, brach er 2014 den Kontakt zu mir endgültig ab. Ohne Nennung von Gründen. Von diesem Tag an war mein Leben ein anderes.  

2014 ging ich in den Ruhestand, hatte nun endlich die Zeit und die Ruhe, die für das Schreiben meiner Biografie notwendig war. Es war schwierig, mein gesamtes Leben noch einmal aufzurollen, alles noch einmal zu erleben. Nach vier Jahren endlich war es geschafft,  mein Buch war fertig und veröffentlicht. Vielleicht fragt sich der eine oder andere Leser meines Buches, warum ich mit meinem Schicksal an die Öffentlichkeit gehe. Denn ich spreche bewusst in diesem Buch Themen an, die viele Leser unangenehm empfinden werden, über die man nicht öffentlich spricht, die man verdrängt. Doch ich möchte all den Müttern und Vätern, die ähnliches erlebt haben und still leiden, Hilfe geben und zeigen, dass sie nicht allein dastehen. Denn wir haben das Recht, unser Leben weiter zu leben und wenn es nicht anders geht, eben ohne unsere Kinder. 

Ein weiterer Grund wäre mein Sohn. Er kennt mein Leben nicht, vieles hatte ich ihm aus falscher Rücksichtnahme verschwiegen. Vielleicht hält er irgendwann einmal mein Buch und damit mein Leben in seinen Händen. 

Vielleicht versteht er dann...., vielleicht.